Take the long way home
Lange ist es her, seit meinem letzten Besuch in Miami. Zwar bin ich ganz gerne hier, aber den freien Tag in der Sonnenstube der USA müssen wir uns redlich verdienen. 10 Stunden und 20 Minuten Flugzeit stand dieses Mal auf dem Flugplan. Zusammen mit Flugvorbereitung und Rollzeit wird das reichlich lang für ein Zweimann Cockpit.
Obwohl während dem Flug mit einem Aeropers Vorstand als Kapitän reichlich Gesprächsstoff vorhanden war, was das Warten auf die Landebahn wesentlich kurzweiliger gestaltete, zeigte sich mein Hinterteil davon völlig unbeeindruckt und begann, nach spätestens acht Stunden, schmerzhaft gegen die Misshandlung zu protestieren. Deshalb war ich ganz froh, dass mein Wasserkonsum zur Verhinderung von Nierensteinen mich, ab der zweiten Flughälfte, im Stundentakt zum Gang Richtung Klo zwang.
Da auch das interessanteste Gespräch keine zehn Stunden dauert, war ich den Amerikanern dankbar, dass sie sich um etwas Abwechslung für uns bemühten. Das begann schon über dem Nordatlantik, wo sich eine an den typischen Boeing Winglets erkennbare C-17 Globemaster lll von uns überholen liess.
Wegen ihrer mickrigen 76% Schallgeschwindigkeit im Reiseflug, war diese „Airshow“ aber von äusserst kurzer Dauer und auch auf den Einsatz der überaus fotogenen Flares wurde aus unverständlichen Gründen verzichtet.
Entlang der Ostküste durfte ich, dank den neuesten Sicherheitsbestimmungen zur Terrorabwehr, auf das Ankündigen der Sehenswürdigkeiten via Public Adress verzichten, wodurch ich die Aussicht auf New York und Atlantic City in Ruhe geniessen konnte.
In Norfolk, bei unserer zweiten Begegnung mit den amerikanischen Streitkräften, diesmal handelte es sich um die Atlantikflotte, musste ich feststellen, dass der einstige Stolz der US Navy, der Flugzeugträger USS Kennedy, den ich im Jahr 2000 in Boston bestaunen durfte, heute als schwimmende Festhütte dient. Der wohl letzte, traurige Schritt seiner aktiven Dienstzeit, bevor er endgültig eingemottet oder in ein Museum umfunktioniert wird.
In Miami hält mich normalerweise nicht viel und wer mich kennt, der weis wo er mich an meinem freien Abend findet. So zog es mich auch gestern nach Islamorada, wo ich, während meinem Dinner in der Islamorada Fish Company, wieder einmal einen ausgesprochen kitschigen Sonnenuntergang über mich ergehen lassen musste.
Danach blies mich der Wind in meine zweite Heimat, die Lorelei Cabana Bar, wo diesmal, statt meinem Favoriten Billy Davidson, sein Kollege Steve Webb aufspielte. Natürlich hinderte mich dies nicht daran den Abend gepflegt bei hervorragendem Country, Blues und einem Bierchen ausklingen zu lassen…
3 Comments
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Ausflug ins Bloguniversum: Flieger- und Pilotenblogs | Mein Leben aus dem Koffer — 9. March 2010 @ 13:15
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By Bungee, 3. March 2010 @ 19:41
da möchte man, trotz allem kitsch und hintern-platt-sitzen, am liebsten mit dabei sein wenn solche bilder entstehen – die machen lust auf mehr.
weiter so!
By skypointer, 3. March 2010 @ 22:56
Ja, stimmt schon. Ich habe eine Scheissjob. Aber was macht man nicht alles…